
Rezum Wasserdampftherapie bei benigner Prostatahyperplasie (BPH)
Rezum Wasserdampftherapie bei benigner Prostatahyperplasie (BPH)
Dauer
1-2 Stunde(n)
Krankenhausaufenthalt
0 Nacht/Nächte
Hotel
3 Nacht/Nächte
Dauer
1-2 Stunde(n)
Krankenhausaufenthalt
0 Nacht/Nächte
Hotel
3 Nacht/Nächte
Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist eine häufige, nicht krebsartige Vergrößerung der Prostata, die das Wasserlassen im Verlauf zunehmend erschweren kann. Viele Männer bemerken einen schwächeren Harnstrahl, häufigeres Wasserlassen (besonders nachts), starken Harndrang, Startschwierigkeiten oder das Gefühl, dass die Blase nicht vollständig entleert wird. Rezum ist eine minimalinvasive Behandlung, die darauf abzielt, die durch eine vergrößerte Prostata verursachte Engstelle zu verringern und Harnbeschwerden zu verbessern, meist ohne dass eine klassische Operation erforderlich ist.
Was Rezum bewirken soll
Rezum ist ein Verfahren, bei dem kontrollierte Wasserdampfenergie zur Behandlung des Prostataanteils eingesetzt wird, der den Harnkanal einengt. Der Dampf wird gezielt in das vergrößerte Prostatagewebe abgegeben. Mit der Zeit wird das behandelte Gewebe vom Körper auf natürliche Weise abgebaut und resorbiert. Dadurch kann der Druck auf die Harnröhre abnehmen und der Harnfluss sich verbessern.
Rezum erfordert keine äußeren Schnitte und wird in der Regel ambulant durchgeführt. Die Beschwerden bessern sich meist schrittweise, da sich die Prostata über Wochen verändert und nicht sofort.
Wann Rezum eine gute Option sein kann
Rezum kann bei Männern mit belastenden Beschwerden der unteren Harnwege infolge einer BPH in Betracht gezogen werden, insbesondere wenn:
- die Symptome Schlaf, Alltag oder Lebensqualität beeinträchtigen
- Tabletten gegen BPH nicht ausreichend helfen oder Nebenwirkungen schwer tolerierbar sind
- ein minimalinvasives Vorgehen gegenüber einer umfangreicheren Operation bevorzugt wird
- der Erhalt der Sexualfunktion eine wichtige Priorität ist
Am häufigsten ist das Verfahren geeignet, wenn die Prostata innerhalb eines behandelbaren Größenbereichs liegt (häufig bis etwa 80 bis 100 Gramm, abhängig von Anatomie und klinischer Einschätzung). Auch bei einem bestimmten Vergrößerungsmuster, zum Beispiel einem Mittellappen, kann eine Eignung bestehen, dies erfordert jedoch eine sorgfältige Abklärung.
Wann ein anderes Vorgehen besser sein kann
Rezum ist nicht für jeden die richtige Wahl. Alternative Behandlungen können empfohlen werden, wenn:
- die Harnbeschwerden durch etwas anderes als BPH verursacht werden (zum Beispiel Harnröhrenverengung, Blasenfunktionsstörungen, Infektion oder neurologische Erkrankungen)
- eine ausgeprägte Harnverhaltung, wiederkehrende Infektionen, Blasensteine oder eine durch die Abflussbehinderung bedingte Nierenbelastung vorliegen, bei denen ein anderes Verfahren geeigneter sein kann
- die Prostata sehr groß ist oder die Anatomie eine Dampfterapie weniger wirksam macht
- ein Verdacht auf Prostatakrebs besteht, der zunächst abgeklärt werden muss
Eine fachärztliche Beurteilung ist entscheidend, um die Ursache der Beschwerden zu bestätigen und die Behandlung an Prostatagröße, -form und den allgemeinen Gesundheitszustand anzupassen.
Fachärztliche Abklärung und Planung vor der Behandlung
Bevor Rezum in Betracht gezogen wird, dient eine Untersuchung in unserer spezialisierten urologischen Klinik dazu, zu bestätigen, dass eine BPH die Hauptursache der Beschwerden ist, und andere Erkrankungen auszuschließen. Dazu gehören typischerweise:
- eine ausführliche Besprechung der Symptome, einschließlich nächtlicher Toilettengänge sowie Pressen oder Gefühl unvollständiger Entleerung
- eine körperliche Untersuchung, meist einschließlich digital-rektaler Untersuchung
- Urinuntersuchungen zum Ausschluss von Infektion oder Blut im Urin
- Blutuntersuchungen bei Bedarf, ggf. einschließlich PSA abhängig von Alter, Beschwerden und Risikofaktoren
- Messung des Harnflusses und eine Blasensonografie zur Beurteilung der Restharnmenge
- Bildgebung oder Zystoskopie in ausgewählten Fällen zur Beurteilung der Prostataanatomie und des Harnkanals
Auch die Medikamentenanamnese ist wichtig. Blutverdünner und bestimmte Herzmedikamente erfordern möglicherweise eine Planung rund um den Eingriff. Ebenso hilft eine Vorgeschichte mit Harnverhaltung oder früheren Prostataeingriffen bei der Einschätzung der Eignung.
Was der Eingriff beinhaltet
Rezum erfolgt über die Harnröhre (den natürlichen Harnweg), daher sind keine Hautschnitte notwendig. Der Eingriff wird meist in Lokalanästhesie durchgeführt, bei Bedarf ergänzt durch Sedierung. Das genaue Anästhesiekonzept richtet sich nach den individuellen Erfordernissen.
Ein schlankes Instrument wird bis zur Prostata in die Harnröhre eingeführt. Anschließend werden kurze, kontrollierte Wasserdampfimpulse in das vergrößerte Prostatagewebe abgegeben. Jede Anwendung dauert nur Sekunden. Die Anzahl der Applikationen hängt von der Prostatagröße und dem Vergrößerungsmuster ab.
Die Gesamtzeit im Behandlungsraum liegt meist unter einer Stunde, kann jedoch variieren. Viele Patienten können noch am selben Tag nach Hause.
Wird ein Katheter benötigt?
Nach Rezum wird häufig vorübergehend ein Blasenkatheter verwendet. Er unterstützt die Blasenentleerung, während eine anfängliche Schwellung abklingt. Der Katheter wird oft für einige Tage benötigt, gelegentlich auch länger, abhängig von den Ausgangsbeschwerden und der Blasenfunktion.
Was nach Rezum zu erwarten ist
Rezum wirkt schrittweise. Es ist normal, dass die Harnbeschwerden während der frühen Heilungsphase schwanken.
Frühe Erholung (erste Tage bis 2 Wochen)
Kurzfristig können auftreten:
- Brennen oder Stechen beim Wasserlassen
- häufigeres Wasserlassen und stärkerer Harndrang
- vorübergehend schwächerer Harnstrahl durch Schwellung
- geringe Blutbeimengungen im Urin
- Beschwerden im Beckenbereich
Diese Effekte sind meist vorübergehend und bessern sich, wenn die Entzündung zurückgeht. Wenn ein Katheter liegt, erhalten Sie klare Anweisungen zu Pflege, Hygiene und zum Vorgehen, falls der Urinabfluss ausbleibt.
Zeitlicher Verlauf der Symptomverbesserung
Viele Männer bemerken innerhalb weniger Wochen eine Besserung, mit weiteren Fortschritten über 2 bis 3 Monate, während das behandelte Gewebe schrumpft und sich der Harnkanal erweitert. Ziel ist eine spürbare Linderung der Beschwerden und eine bessere Lebensqualität, auch wenn die Ergebnisse individuell variieren.
Nachsorge und weitere Unterstützung
Nachsorge ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Bei Kontrollen stehen typischerweise Symptomscore, Harnfluss, Blasenentleerung und mögliche Nebenwirkungen im Fokus. Wenn vor dem Eingriff Medikamente gegen BPH eingenommen wurden, wird gemeinsam festgelegt, ob und wann diese reduziert oder abgesetzt werden können.
Unser medizinisches Team gibt außerdem Hinweise zur Rückkehr zu Sport, Arbeit und Sexualität, angepasst an Erholung und Wohlbefinden.
Vorteile und realistische Erwartungen
Rezum soll die Abflussbehinderung reduzieren und bei geeigneten Patienten eine invasivere Operation vermeiden. Mögliche Vorteile sind:
- minimalinvasive Behandlung ohne äußere Schnitte
- ambulante Durchführung bei vielen Patienten
- geringeres Risiko sexueller Nebenwirkungen im Vergleich zu einigen anderen BPH-Verfahren, wobei die Ejakulation bei den meisten Männern erhalten bleibt
- anhaltende Symptomverbesserung bei vielen Patienten, wobei Langzeitergebnisse variieren und bei manchen Männern später eine weitere Behandlung erforderlich sein kann
Wichtig ist zu verstehen, dass Rezum nicht die gesamte Prostata entfernt. Ziel ist die Behandlung des Gewebes, das den Abfluss behindert, und die Verbesserung der Harnfunktion.
Risiken, Nebenwirkungen und wichtige Hinweise
Jeder medizinische Eingriff ist mit Risiken verbunden. Ihr Urologe bzw. Ihre Urologin bespricht diese im Kontext Ihres Gesundheitszustands und Ihrer Prostataanatomie. Mögliche Risiken und Grenzen sind:
- vorübergehende Verschlechterung der Harnbeschwerden während der Heilung
- Harnwegsinfektion
- Harnverhaltung (Schwierigkeit, Wasser zu lassen), manchmal mit längerem Katheterbedarf
- Blut im Urin oder im Ejakulat für kurze Zeit
- Schmerzen oder Beschwerden beim Wasserlassen
- selten eine Verengung der Harnröhre oder des Blasenhalses (Narbengewebe)
- erneute Behandlung oder ein alternatives Verfahren, wenn die Beschwerden nicht ausreichend zurückgehen
Auch wenn die Sexualfunktion häufig erhalten bleibt, kann kein Verfahren dies für jede Person garantieren. Fragen zu Erektion, Ejakulation, Fruchtbarkeit oder bereits bestehenden sexuellen Beschwerden sollten in der Sprechstunde angesprochen werden.
Bitte holen Sie umgehend ärztlichen Rat ein, wenn Fieber, Schüttelfrost, starke Schmerzen, Unfähigkeit zu urinieren, starke Blutungen auftreten oder wenn ein Katheter nicht mehr abläuft.
Ihre Beratung und kontinuierliche Betreuung in unserer urologischen Klinik
Die Behandlung erfolgt in einer spezialisierten urologischen Klinik. Abklärung, Therapieplanung und Nachsorge werden durch dasselbe medizinische Team koordiniert. In der Beratung geht es darum, zu verstehen, wie die Beschwerden Ihr Leben beeinflussen, die Diagnose zu sichern und alle geeigneten Optionen zu erläutern. Dazu können Lebensstilmaßnahmen, Medikamente, Rezum sowie andere minimalinvasive und operative Verfahren gehören.
Wenn Rezum geeignet ist, erhalten Sie einen klaren Plan zu Vorbereitung, Anästhesieoptionen, Kathetererwartungen, Erholungsempfehlungen und Nachsorgeterminen. Unser Team bleibt auch nach dem Eingriff erreichbar, um frühe Beschwerden, Katheterfragen und Unsicherheiten in der Erholungsphase zu begleiten, damit Sie sich während des gesamten Prozesses gut unterstützt fühlen.
Wenn Sie Rezum in Erwägung ziehen, ist der nächste Schritt eine fachärztliche Abklärung, um zu bestätigen, dass eine BPH die Ursache Ihrer Beschwerden ist und dass dieses Vorgehen zu Ihrer Prostataanatomie, Ihren gesundheitlichen Anforderungen und Ihren persönlichen Prioritäten passt.
Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultieren Sie stets eine qualifizierte medizinische Fachkraft, bevor Sie Entscheidungen zu Ihrer Gesundheit oder zu Behandlungsmöglichkeiten treffen. MEDIVOYA ist eine Agentur für Medizintourismus, die Patientinnen und Patienten mit akkreditierten Gesundheitsdienstleistern verbindet und keine medizinischen Leistungen direkt erbringt.
